Was braucht ma auf´m Dorf?

Leere Schaufenster, geschlossene Wirtshäuser, verwaiste Ortskerne – viele Dörfer in Bayern und im benachbarten Österreich sterben regelrecht langsam aus. Das kann auch uns irgendwann treffen.
Die Älteren im Dorf können sich noch gut erinnern: Da gab es in der Gemeinde noch mehrere Bäcker, einen Metzger, zwei Banken, eine Postfiliale, eine Polizeistation und viele Geschäfte. Das ist nun alles weg. Die Ursachen für das Verschwinden sind vielfältig: große Einkaufszentren, vermehrte Internetkäufe, Abwanderung der Jungen, begrenzte Arbeitsplätze und Schwierigkeiten, Betriebsnachfolger zu finden. Aber auch die Zeiten ändern sich.
Aber was braucht ein Dorf zum Überleben und was können wir dafür tun? Einig sind sich wohl alle, dass man Kirche, Rathaus, Schule, Kinderbetreuung, Wirtshaus, Vereine, Mehrzwecksaal und den Einzelhandel braucht.
In Schleching haben wir momentan die Erfahrung gemacht, dass die ärztliche Versorgung und eine funktionierende Nahversorgung die wichtigsten Themen der Bürger sind. Die Veranstaltung mit unserem Hausarzt Andi Nohl und dem Schwendter Bürgermeister Kendlinger erhielt deshalb mit circa 160 Besuchern sehr großen Zuspruch.
Das Schicksal eines Ortes ist aber sicher nicht in Stein gemeißelt. Was können wir gegen das Aussterben der Dörfer tun?
- Das Wichtigste ist, alle Maßnahmen zunächst auf den Ortskern zu konzentrieren, denn er ist die Seele und das Herzstück des Ortes. „Ein Dorf soll kein Donut sein, sondern ein Krapfen mit einer süßen Füllung anstatt innen leer.“
- Die jungen Einheimischen soweit wie möglich im Ort halten und wenn sie schon aus Berufsgründen das Dorf verlassen müssen, das Dorf so attraktiv zu gestalten, dass sie gerne wieder zurückkommen.
- Was wir alle tun können, ist uns aktiv einzubringen, insbesondere vor Ort einzukaufen und die örtlichen Betriebe zu fördern.
Anregungen und Vorschläge sind herzlich willkommen und schon kleine Maßnahmen können Großes bewirken. Schauen wir, dass wir gemeinsam Schleching lebenswert und liebenswert gestalten.

